Dokumentarfilme aus NRW

Bochum: Fr. 27.1. 19h / Köln: So. 5.2. 15h / Duisburg: Di. 7.2. 18h / Münster: Mo. 20.2. 19h Regisseure bei allen Vorführungen zu Gast

D 2016 • 94 Min. • Regie: Michael Chauvistré & Miriam Pucitta

Beer Brothers ist die Geschichte von Bierbraumeister Helmut, der in Deutschland gegen Windmühlen kämpft, während sein Bruder René in China mit dem gleichen Beruf Erfolge ohne Ende feiert. René baut für eine Münchner Brauerei in nahezu jeder chinesischen Metropole neue Brauhäuser auf, in denen der chinesische Gast nicht nur Bier trinken, sondern deutsche Gemütlichkeit als Kulturpaket erleben soll, um für ein paar Stunden der Tristesse einer undurchdringlichen Dunstglocke über der Stadt zu entfliehen. In Deutschland lässt Helmut die Biermarke seiner Vorfahren auferstehen, indem er fremdes Bier mit eigenem Label verkauft und davon träumt, mit seinem Kumpel Otto eine eigene Brauerei in der Heimat zu errichten.


Mülheim: Di. 31.1. 20h Regisseur zu Gast / Köln: Di. 7.2. 19.30h Regisseur zu Gast / Münster: So. 19.2. 12.45h

D 2016 • 92 Min. • Regie: Elí Roland Sachs

Die Geschichte von Jakob, einem jungen Mann auf der Suche nach einer Religion, die seinem Leben Sinn gibt. Sein Bruder Elí, der Regisseur dieses Films, begleitet ihn dabei. Mit 23 Jahren wendet sich Jakob dem Islam zu und gerät, zunehmend radikalisiert, in Konflikt mit Freunden und Familie, die seinem neu gefundenen Glauben und dem Eifer, mit dem Jakob ihn vertritt, mit Unverständnis, ja Ablehnung begegnen.
Elí Roland Sachs dokumentiert in Beobachtungen und Gesprächen, wie sich Jakob und dessen religiöse Ansichten im Laufe der Zeit wandeln. Dabei gelingt ihm nicht nur ein sehr persönlicher Filmdialog mit dem Bruder, sondern auch eine differenzierte Reflexion gesellschaftlicher Debatten um Religions- und Meinungsfreiheit, um Fremdes und Vertrautes, um den schmalen Grat zwischen ersehntem spirituellen Halt und gefährlicher ideologischer Vereinnahmung.


Köln: Fr. 27.1. 20h Premiere Filmteam und Protagonisten anwesend / Bochum: So. 29.1. 17h Regisseur und Autorin zu Gast / Essen: Mo. 30.1. 20h Regisseur zu Gast, So. 5.2. 15h, Mo. 6.2. 17.45h, Mi. 8.2. 17.45h / Duisburg: Di. 31.1. 18h Regisseur zu Gast, Sa. 4.2. 18h und Mo. 6.2. 18h / Düsseldorf: Mi. 1.2. 19h Regisseur und Autorin zu Gast / Wdh. Sa. 4.2. 19h und 5.2. 19h / Dortmund: Do. 2.2. 19h Regisseur und Autorin zu Gast / Münster: 6.2. 19h Regisseur und Autorin zu Gast

Erzähl es niemandem

D 2017 • 90 Min. • Regie: Klaus Martens

Im April 1942 begegnet die 19jährige Lillian einem deutschen Soldaten aus Wuppertal. Helmut ist augenblicklich in Lillian verliebt, und Lillian geht es ebenso. Die Liebe einer jungen Norwegerin zu einem deutschen Soldaten gilt als Verrat. Ihre Zuneigung zu Helmut macht ihr ein schlechtes Gewissen. Als sie erfährt, dass in ihrem Dorf eine jüdische Familie deportiert worden ist, stellt sie ihn zu Rede und will die Beziehung beenden. Helmut bleibt zunächst stumm. Dann ringt er ihr ein Versprechen ab: niemals dürfe sie mit einem anderen Menschen darüber sprechen, was er ihr jetzt sagen wird: "Meine Mutter", sagt Helmut "ist auch Jüdin. Ich selbst bin noch unentdeckt geblieben und halte mich in der Wehrmachtsuniform versteckt." Lillian schwört, bei ihm zu bleiben ...

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch-Bestseller, den die Journalistin Randi Crott mit ihrer Mutter schrieb: Lillian Berthung Crott. - Weltpremiere


Bochum: Mo. 30.1. 19h REBAR Weltpremiere, Regisseure zu Gast / Köln: Di. 31.1. 19.30h Filmpalette Regisseure zu Gast / Münster: 21.2. 20.30h

KHM Kurzfilmprogramm

REBAR
D 2017 • 29:30 • Regie: Julius Dommer
Der Film portraitiert in einer mehrmonatigen Langzeitbeobachtung den 19 jährigen Rebar aus Köln. Rebar weist autistische Züge auf und in seinem Alltag spielen Zahlen und Geschwindigkeit eine zentrale Rolle. Er steh im ständigen Konflikt mit seiner Umgebung - zwischen dem Wunsch nach Aufmerksamkeit und dem Ausleben seiner subjektiven Realität.  Weltpremiere

 

DIE SUCHE NACH DEM PLÖTZLICH
D 2016 • 23 Min. • Regie: Jens Mühlhoff
Am 11. März 2009 ereignete sich in Winnenden eine Tragödie. Eine Zäsur in der Biografie vieler Menschen. Irgendwie bin ich einer von ihnen. Eine heimliche Liebe verband mich damals mit diesem Ort, oder war es der Amoklauf, der mich an Viola band? Beide sind sie unfassbar für mich und haben mich seitdem - ich war damals 18 - durch die Jahre begleitet. Sie sind über die Zeit und Distanz immer weiter aus der realen Welt in meine persönliche gerückt.


Köln: So. 29.1. 17h / Dortmund: Mo. 30.1. 21h / Duisburg: Do. 2.2. 18h / Düsseldorf: Sa. 4.2. 14h, Wdh. So. 5.2. 14h / Mülheim: Di. 7.2. 20h / Regisseur in allen Städten zu Gast!

D 2016 • 83 Min • Regie: Hajo Schomerus

Ein verschwundenes Elefantenvogelei ist Anlass einer aufwändigen Recherche rund um den Globus, hinein in die Keller und Depots von Auktionshäusern, Archiven und Naturaliensammlungen. Hajo Schomerus wird von diesen äußerlich unspektakulären Orten geradezu magisch angezogen. Auf diesem schmalen Grat zwischen Krimi und Konstruktion wandelt der Film, sich dabei vortastend in Grauzonen wie Biopiraterie und Diamantenschmuggel. Fakt bleibt: Madagaskar ist eine sehr besondere Insel mit vielen Pflanzen und Tieren, die nur dort vorkommen. Wie naiv, fahrlässig oder kalkuliert agierte der Abenteurer, Geschäftsmann udn Hobbybotaniker in Wahrheit? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Ethnologie und kolonialem Gebaren? Und welche Rolle spielt das Ei des legendären ausgestorbenen Elefantenvogels, der beeindruckend groß war, aber nicht fliegen konnte? Fragen über Fragen, die der Film von einem Indiz zum nächsten beiläufig und klug entwickelt, um das grundsätzliche Verhältnis Europas zu Afrika im letzten Jahrhundert zu ergründen. Cornelia Klauß - Dok Leipzig


Dortmund: So. 5.2. 19h / Köln: Mi. 8.2. 20h / Duisburg: Do. 9.2. 18h / Essen: Sa. 11.2. 17.30h / Regisseur in allen Städten zu Gast!

Shakespeares Insel

D 2016 • 87 Min. • Regie: Fosco Dubini

Der Film befragt junge Schauspielerinnen und Schauspieler, wie und mit welchen Mitteln sie sich solche Inszenierungen erarbeiten. Anlass war das jährliche Treffen von siebzehn staatlichen Schauspielschulen aus dem deutschsprachigen Raum, deren Studenten sich eine Woche lang in Theaterstücken vorstellen. Die im Film vorgestellten Studenten und Studentinnen erzählen von ihren "ersten Rollen", ihren Plänen und Zielen. Sie reflektieren über Vorteile und Grenzen von Ausbildungsmethoden und über die schwierige Dissoziation von Person und Rolle. Im Verlauf der Befragung, gekoppelt mit den Spielszenen, wird immer deutlicher, dass die Schauspielschule selbst eine "Insel" darstellt, wo für eine begrenzte Zeit, wie auf Shakespeares Insel, das ganze Repertoire von Ausdrucksmöglichkeiten und Verwandlung ausgeschöpft wird, bevor die Personen wieder in ihr Leben entlassen werden.

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Köln: Sa. 4.2. 17h Regisseurin zu Gast / Mülheim: Sa. 4.2. 17.30h / Münster: Sa. 18.2. 19h

D 2015 • 78 Min. • Regie: Lia Sudermann

Im April 2012 finden zwei Ausbrecher aus dem Hochsicherheitstrakt einer Forensischen Psychiatrie Unterschlupf bei einem Bauunternehmer und Teilzeit-Psychologen in Wiesbaden. Dieser beschließt, die beiden Ausbrecher nach Sardinien zu bringen, um dort gemeinsam mit ihnen ein alternatives Therapiezentrum zu errichten. Gleichzeitig dokumentiert der Film den Neubau einer Forensischen Psychiatrie in Göttingen. Die ambitionierten Pläne des dortigen medizinischen Direktors stehen in einem Kontrast- aber auch Korrespondenzverhältnis zu der Outlaw-Aktion des selbsternannten Psychiatrie-Reformers.
Aus sehr individuellen Perspektiven nähert sich der Film so einem komplexen Thema, welches durch die rasant steigenden Unterbringungszahlen in Forensischen Psychiatrien aktuell mehr und mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt und Gegenstand einer intensiv geführten Debatte über Grundsatzfragen des deutschen Rechtsstaates ist. Deutschland-Premiere