Dokumentarfilme International

Dortmund: Mo. 6.2. 21h / Köln: Mo. 6.2. 19.30h Regisseurin zu Gast / Münster: Do. 16.2. 20.15h

D/CH 2016 • 119 Min. • OmU • Regie: Heidi Specogna

Am Anfang stand ein Schulheft. Anstelle von Vokabeln füllten sich seine Seiten mit den Zeugenaussagen von 300 zentralafrikanischen Frauen, Mädchen und Männern. Sie offenbaren, was ihnen 2002 im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen von kongolesischen Söldnern angetan worden war. Cahier africain ist eine Langzeitbeobachtung und begleitet seine Protagonisten aus dem Dorf PK 12 seit 2008. Arlette litt jahrelang an einer nicht heilen wollenden Schussverletzung am Knie. Nach einer erfolgreichen OP in Berlin hegt sie Hoffnung auf ein schmerzfreies Leben. Aber inmitten der Versuche den schwierigen Alltag zu meistern - und während in Den Haag noch die juristische Aufarbeitung der letzten Kriegsverbrechen in Gange ist - bricht in der Zentralafrikanischen Republik der nächste Krieg aus. An der Seite der Protagonisten erlebt der Film den Zusammenbruch von Ordnung und Zivilisation in einem von Bürgerkrieg udn Putsch zerrissenen Land. Gewinner Der Silbernen Taube / DOK Leipzig

 


Bochum: Fr. 27.1. 21h / Köln: Sa. 28.1. 21h / Düsseldorf: Do. 2.2. 21.30h

US 2016 • 108 Min. • OmdtUT • Regie: Jim Jarmusch

"Gimme Danger, little Stranger" sangen "The Stooges" 1973. Angeführt wurde die Band dabei von ihrem charismatischen und exzessiven Frontmann Iggy Pop. James Osterberg, so sein bürgerlicher Name, wird dieses Jahr 70 Jahre alt, hat vieles erlebt und noch mehr überstanden. Er gilt gemeinsam mit "The Stooges" als einer der wichtigsten Wegbereiter des Punk ging durch die Drogenhölle der Heroinsucht, erlebte das Auseinanderbrechen seiner Band, den Tod früherer Kollegen und vieles mehr.
"Für Gimme Danger komponiert Jarmusch Archivaufnahmen, Interviewsequenzen und kommentierende Ausschnitte aus Filmen, die herrlich sarkastische Brechungen ergeben. Besonders eindrucksvoll sind dabei die Aufnahmen von früheren Auftritten in den 1960er und 1970er Jahren, die trotz teilweise lausiger Qualität immer noch die raue, ungeschliffene Energie der 'Stooges' transportieren. Man sieht genau, in welchem kreativen und hochexplosiven Umfeld sich Iggy Pop und seine Band damals bewegten. Sie waren Pioniere, die am Beginn eines neuen Zeitalters als wesentliche Impulsgeber wirkten, und vieles, was folgen sollte, überhaupt erst ermöglichten." kino-zeit.de

 

 

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Köln: Mo. 30.1. 19.30h Regisseur zu Gast / Münster: Do. 16.2. 18h

D 2016 • 93 Min. • OmdtUT Regie: Philip Scheffner

Ein Schlauchboot voller Menschen, einer winkt. Die Kamera schwenkt langsam nach rechts und zeigt Touristen, die von einem Kreuzfahrtschiff aufs Meer blicken. Sie bewegt sich zurück, streift erneut das Boot, und schwenkt nach links, zur anderen Seite des Schiffes. Das gebrochene Sonnenlicht taucht es in Farben, ein vertikaler Lichtstrahl trennt das Schiff vom Boot, zu dem die Kamera nun zurückkehrt.
Währenddessen ist zu hören: Per Funk bittet die Seerettung zu warten, bis ein Hubschrauber kommt. Eine Frau telefoniert aus Frankreich mit ihrem Mann in Algerien. Er berichtet später von einer Überfahrt. Der irische Tourist, der die Kamera hielt, Schiffsangestellte, russische und ukrainische Frachtarbeiter erzählen von Begegnungen mit diesem (oder einem anderen) Flüchtlingsboot. Und aus ihrer Welt. Berlinale Forum 2016


Bochum: Sa. 28.1. 19h / Köln: Fr. 3.2. 19.30h

S 2015 • 92 Min. • OmenglUT • Regie: Tora Mkandawire Martens

Martha und Niki, beste Freundinnen, beide aus Afrika, lieben Musik und sind als Hip-Hop-Duo fast unschlagbar. Als erste weibliche Performerinnen werden sie World Champions und beginnen ein Leben, das aus Reisen und Tanzen besteht.
"Ganz oben angelangt, geht ihnen ein wenig die Puste aus, und die großen Fragen danach, wer man ist und wohin man will, tun sich auf. Besonders Martha überkommt das Gefühl, am falschen Ort zu sein. Der Film erzählt von der Balance zwischen Abheben und Auf-dem-Teppich-Bleiben und davon, wie schwer es ist, wirklich anzukommen." DOK Leipzig


Bochum: Mi. 1.2. 19h / Köln: So. 5.2. 17.30h Regisseur zu Gast

FIN/D 2015 • 110 Min. • OmdtUT • Regie: Mika Taanila und Jussi Eerola

Man versteht sich als Avantgarde bei der Energieversorgung Europas: Auf der Insel Olkiluoto in der finnischen Gemeinde Eurajoki wird seit 2004 ein Kernreaktor gebaut. Nach der atomaren Katastrophe von Tschernobyl ist Finnland damit der erste Staat Europas, der den Neubau eines Meilers genehmigt hat. Die Baumaßnahmen beginnen, freundliche Manager schwärmen von hocheffizienter, sauberer und sicherer Energie. Offener Widerstand gegen die Atomkraft regt sich kaum: Zwei Reaktoren und ein Endlager sind in Eurajoki bereits in Betrieb. Fast alle Einwohner sind zugleich Angestellte der Betreiberfirmen. Doch deren Versprechen vom Strom ohne Nachteile erinnert an die naive Technikgläubigkeit vergangener Tage. Bald wird klar, dass das Kraftwerk der Superlative nicht ohne lange Verzögerungen und Kostenexplosion gebaut werden wird. Und dass es einen perfekten Standort nirgends gibt. Nordische Filmtage Lübeck


Köln: So. 29.1. 19.30h

I 2015 • 82 Min. • OmenglUT • Regie: Alex Infascelli

Zunächst wollte er Rennfahrer werden, der junge Emilio D'Allesandro aus der Stadt Cassino. Mit der Formel-Eins-Karriere, die in London begann, war aber Ende der Sechziger Schluss. Emilio wurde daraufhin Fahrer für berühmte Regisseure und Schauspieler. Unter ihnen: Stanley Kubrick.
Dreißig Jahre lang kutschierte Emilio die Regielegende, wurde ein Fixpunkt in dessen Leben und Schaffen. Über die Perspektive des Fahrers gewinnt dieser Dokumentarfilm einen neuen Einblick in die Welt Kubricks. Filmfest München

S is for Stanley feierte seine Uraufführung auf dem Festa del Cinema di Roma und basiert auf Emilio D'Alessandros Autobiographie "Stanley Kubrick and Me". Der Film war nominiert für den Europäischen Filmpreis 2016 als Bester Dokumentarfilm.

 

 


Köln: Sa. 28.1. 18h Filmteam zu Gast / Bochum: Di. 31.1. 19h Filmteam zu Gast / Düsseldorf: Fr. 3.2. 21.30h Filmteam zu Gast / Wdh. So. 5.2. 12h / Dortmund: Mo. 6.2. 17h / Münster: Fr. 17.2. 19h

D 2016 • 89 Min. • OmenglUT • Regie: Liliana Marinho de Sousa

Daya Al-Taseh ist eine VideoaktivistInnen-Gruppe, die aus 4 syrischen FreundInnen besteht und in Gaziantep lebt, einer türkischen Stadt nahe der syrischen Grenze. Im Geheimen produziert sie erfolgreich Satiresketche über den Islamischen Staat und veröffentlicht diese online. Obwohl die Gruppe tagein tagaus über Soziale Medien bedroht wird, verliert sie weder ihren Humor noch die Motivation, ihre aktivistische Arbeit fortzuführen. Nachdem sich konkrete Drohungen häufen, beschließt die Gruppe in Istanbul unterzutauchen und dort eine größere Produktion aufzuziehen - eine satirische TV Nachrichtenshow, die im syrischen Sender Aleppo TV Today ausgestrahlt werden soll.
Unerwartete Ereignisse, Betrugsfälle und unsichtige Machenschaffen erschweren die Arbeit und setzen die Freunde enorm unter Druck.  NRW Premiere

 

 


Köln: Do. 2.2. 19.30h / Dortmund: Sa. 4.2. 17h / Münster: Di. 14.2. 19.30h

F/CH/I 2016 • 90 Min. • OmenglUT  Regie: Shu Aiello, Catherine Catella

Das Dorf Riace an der Küste Kalabriens war lange gezeichnet von den Spuren der starken Auswanderung in die Städte des Nordens und in die reichen Länder: verfallene Häuser und verlassene Ländereien prägten das Bild dieses aussterbenden Dorfes. Eines Tages im Sommer 1998 läuft ein Schiff mit zweihundert Kurden am Strand auf, und das Dorf entscheidet, dass die leer stehenden Häuser diesen für zwei Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Mit den neuen Bewohnern zieht das Leben und das Glück wieder ein in Riace. Und auch die Nachbardörfer werden aktiv...
"So entstand eine kleine Gemeinschaft und eine Utopie in einem Europa, wo Rassismus wieder hoffähig wird. Wie in einer neorealistischen Erzählung von Vittorio De Sica werden das Dorf Riace und seine Bewohner zum Schimmer einer Hoffnung auf eine bessere Zukunft." Fünf Seen Film Festival 2016 - Horizonte Filmpreis

 

 


Köln: So. 29.1. 15h

FR/D/BE/IT 2016 • 93 Min. • OmdtUT • Regie: Pierre Bismuth

Es heißt, der renommierte amerikanische Künstler Ed Ruscha habe 1979 ein zugleich originelles und geheimnisvolles Objekt kreiert, einen falschen Felsen mitten in der Mojave-Wüste. Fast 40 Jahre später begibt sich Oscar-Preisträger, Künstler und Filmemacher Pierre Bismuth, auf die Suche nach diesem sagenumwobenen Werk. Diese einfallsreiche und völlig irrwitzige Kunstsuche präsentiert sich als genauso geheimnisvoll wie das gesuchte Werk selbst.
Der Film ist ein spannendes Vexierspiel von Hollywoodbranchengrößen, die sich selbst in der Rolle ihres Lebens spielen. Neben den Drehbuchautoren D.V. DeVincentis ("High Fidelity") und Anthony Peckham ("Sherlock Holmes") sind Fachleute aus der Kunstwelt wie Michael Govan, Philippe Vergne, Eli Broad, Connie Butler im Film zu sehen.
"Where is Rocky II? ist Dokumentation, Kirmi und Kunstwerk gleichzeitig - und letztlich was komplett anderes. Pierre Bismuth führt das Publikum auf eine wilde Entenjagd durch Realität und Fiktion, bis es unmöglich ist sie auseinanderzuhalten." artbasel.com