WERKSTATTGESPRÄCH: GERD-RUGE-STIPENDIUM

Info

Das Gerd-Ruge-Stipendium der Film- und Medienstiftung NRW ermöglicht jungen FilmemachernInnen die Entwicklung und Vorbereitung eines Dokumentarfilms für das Kino. In dem Werkstattgespräch geben die Stipendiat*innen sowohl jungen Filmemachern wie auch dem interessierten Kinopublikum Einblicke in die Entwicklung ihres Projektes. Sie berichten von Erfolgen und Schwierigkeiten bei der Recherche und über den Weg von den Dreharbeiten bis zur Fertigstellung des Films.

D 2020 • 89’ • Regie: Carmen Losmann

Unser Wirtschaftssystem hat sich unsichtbar gemacht und entzieht sich dem Verstehen. In den letzten Jahren blieb uns oft nicht viel mehr als ein diffuses und unbefriedigendes Gefühl, dass irgendetwas schiefläuft. Aber was? „Oeconomia“ legt die Spielregeln des Kapitalismus offen und macht sichtbar, dass die Wirtschaft nur dann wächst, dass Gewinne nur dann möglich sind, wenn wir uns verschulden. Jenseits von distanzierten Phrasen der Berichterstattung, die ein Verstehen immer wieder verunmöglichen, macht sich Carmen Losmann mit viel Scharfsinn daran, den Kapitalismus der Gegenwart zu durchleuchten. Erkennbar wird ein Nullsummenspiel, das uns und unsere ganze Welt in die Logik einer endlos fortwährenden Kapitalvermehrung einspannt – koste es, was es wolle. Mit ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm „Work Hard, Play Hard“ setzte sich Carmen Losmann mit den Wirkungen des modernen Human Ressource Managements auseinander. Mit „Oeconomia“, der auf der Berlinale 2020 seine Premiere feierte, setzt sie ihre eindringlichen Recherchen zu den Grundlagen unseres Wirtschaftssystems fort und öffnet den Blick jenseits der gängigen Erklärungsmuster und Dogmen auf den Nucleus eines hochexplosiven Systems: Der Schuldner als zentraler Akteur.


KÖLN
Filmhaus
Do. 3.2. – 20.00 h
Gesprächsgäste:
Carmen Losmann &
Hannes Lang

D 2006 • 90’ • OmdtU • Regie: Uli Gaulke


Auf der ganzen Welt fand Uli Gaulke filmbegeisterte Einzelkämpfer, die der Faszination des Kinos erlegen sind und es zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht haben. In Indien etwa ist Anup gleich mit drei Lastwagen unterwegs. Die Hälfte des Jahres fährt er mit seinem Tross durch den Bundesstaat Maharashtra, und wo immer der Mittzwanziger auftaucht, ist die Aufregung groß. Denn im Gepäck hat er etwas ganz Besonderes: sein Zeltkino. Von Dorf zu Dorf ziehen der junge Mann und seine Truppe mit tonnenweise Eisenstangen, Zeltplanen und Tauen und sorgen mit pathetischen Rührstücken aus Bollywood überall für Begeisterung. Jedes engagierte Kino könnte eigentlich in diesem Film vorkommen, in dem vier verschiedene Kinos in vier sehr verschiedenen Ländern eine zentrale Rolle spielen, mit den Frauen und Männern, die dahinterstehen. Kinomachen ist eine Passion, die weltumspannend ist und doch auch verschieden. Cowboys in der Kirche, Tränen für den großen Führer, eifersüchtige Ehefrauen und „Titanic“ in Nordkorea. Eine faszinierende Reise zu vier außergewöhnlichen Orten, wo Kino noch ein Ereignis ist. Mit Liebe für Details werden die unterhaltsamen Geschichten rund um die Vergnügungstempel ausgekostet: Eine globale Kinoliebe.


KÖLN
Filmhaus
Do. 3.2. – 18.00 h
Gesprächsgast:
Uli Gaulke