Dokumentarfilme International

BLAME

CH 2025 • 123’ • OmdU • Regie: Christian Frei

Als sie vor Pandemien in der Zukunft warnten, wurden sie nicht gehört. Als die Welt von der COVID-19-Pandemie heimgesucht wird, müssen dieselben Wissenschaftler nicht nur gegen das Virus kämpfen, sondern auch gegen eine Welle von Fehlinformationen, Verschwörungstheorien und politischer Schuldzuweisung, die drohen, die Wahrheit zu überlagern.

Dies ist ihre Geschichte.

 

Nach Jahren des Eintauchens in entlegenen Fledermaushöhlen geraten drei Forschende ins grelle Licht der Politik und schwerer Anschuldigungen. Die überhörten Warner müssen sich rechtfertigen. BLAME ist eine bildgewaltige Filmreise über die Rolle der Wissenschaft in zunehmend dunkleren Zeiten. Sachlich und unaufgeregt zeigt der Film, wie die Welt durch das gezielte Schüren und Bewirtschaften von Ängsten und faktenfreien Mythen aus den Fugen geriet.

KÖLN
Filmhaus Kino Tag?. ??.?. – ??.00 h

 

 


BÜRGLKOPF

AT 2025 • 78’ • OmdU • Regie: Lisa Polster

Auf 1.300 Metern Höhe, scheinbar Zeit und Raum entrissen, liegt auf einem Tiroler Berg das Rückkehrzentrum Bürglkopf. Hier sollen Menschen während ihres Asylverfahrens durch Rückkehrberatungen, aber auch durch den Druck der Isolation zur Ausreise bewegt werden. […]
Für die einen ein Ort der Ungewissheit, für die anderen ein Urlaubsparadies: Nur wenige Kilometer vom Bürglkopf entfernt erheben sich die Kitzbüheler Alpen, ein Zentrum des österreichischen Wintersports. Modernste Seilbahnen befördern die Skitourist*innen auf die Gipfel, unbeschwert sausen sie dem Tal entgegen, vorbei an den Asylwerber*innen. […]

 

Mit Mut und Nachdruck dokumentiert Lisa Polster die entmenschlichenden unwürdigen Bedingungen im Rückkehrzentrum, in dem Warten zum Alltag wird und Hoffnung zur knappen Ressource. Beim Anruf in Sachen Drehgenehmigung erhält sie gleich zu Beginn einen abweisenden Bescheid: Man wisse nicht, warum sie Zugang erhalten solle. Ein Schwenk über das Haus für das Video sei aber möglich. Polster macht mit Blick auf den Bürglkopf die Praxis der österreichischen Abschottungspolitik sichtbar – die die Behörden lieber hinter den Schatten der Gipfel versteckt halten würden. Diagonale Naomi Wood

KÖLN
Filmhaus Mo. 26.1. – 18.00 h

Nach oben


CONCRETE DREAMS

COL 2024 • 90’ • OmeU • Regie: Anton Wenzel

 

Was haben ein junger Unternehmer, ein Obdachloser, eine arbeitslose Mutter mit drei kleinen Kindern, ein Sozialarbeiter, ein alter Schweißer und ein junger Mann aus dem Barrio gemeinsam? Sie alle glauben an die Kunst als Werkzeug des sozialen Wandels – inmitten des Chaos und der Gewalt während der Unruhen in Kolumbien im Jahr 2021. Die Proteste, ursprünglich ausgelöst durch eine Steuerreform auf dem Höhepunkt der Covid-19-Pandemie, entwickeln sich schnell zu einem umfassenden Ruf nach Gerechtigkeit, Gleichheit und systemischem Wandel, doch der Staat antwortet mit übermäßiger Gewalt. Um Druck auf die Regierung auszuüben, errichten die Menschen Straßensperren im ganzen Land. Puerto Resistencia, benannt nach seinem politischen Aktivismus und gelegen im verarmten Osten der Stadt Cali, wird zu einem der emblematischsten Widerstandspunkte des Landes. Hier blüht das politische, soziale und kulturelle Bewusstsein auf. Der Film konzentriert sich ausschließlich auf den Mikrokosmos innerhalb der Straßensperre und zeigt, wie die Gemeinschaft, angetrieben von ihren Träumen und Hoffnungen, aus dem Nichts ein über zehn Meter hohes Denkmal – das „Monument des Widerstands“ – errichtet und sich selbst feiert.

KÖLN
Filmhaus Kino Mo. 26.1. – 20.00 h Gast: Anton Wenzel

MÜNSTER
Cinema Do. 29.1. – 18.00 h Gast: Anton Wenzel

Nach oben


ELON MUSK UNVEILED

D 2025 • 90’ • OmdU • Regie: Andreas Pichler

Wir schreiben das Jahr 2014, und der Tech-Milliardär Elon Musk stellt vor einem begeisterten Publikum seine Pläne für ein selbstfahrendes Auto vor. Was die Verbraucher nicht wissen, ist, dass die „Autopilot”-Funktion von Tesla noch lange nicht straßentauglich ist und dass neue Besitzer dazu benutzt werden, die Software durch die Bereitstellung ihrer Daten zu verbessern.

Schockierende Aufnahmen von Dashcams und Überwachungskameras zeigen die Rücksichtslosigkeit von Tesla-Autos, die plötzlich bremsen oder beschleunigen – und die darauf folgenden Unfälle. Dann veröffentlicht ein Mitarbeiter Tausende von Dokumenten mit Beschwerden von Nutzern.

 

Dieser investigative Film zeichnet Musks kometenhaften Aufstieg und seinen Wandel hin zur Unterstützung von Donald Trump nach, der unternehmerischen Erfolg über Sicherheitsvorschriften stellt. Interviews mit Opfern und ihren Angehörigen sowie mit Journalisten und ehemaligen Tesla-Mitarbeitern offenbaren ein Klima, in dem ein unfertiges Produkt auf den Markt gebracht wird – und der öffentliche Raum als tödlicher Testplatz genutzt wird.

KÖLN
Filmhaus Kino Do. 29.1. – 20.00 h

DORTMUND
Roxy Kino Sa. 24.1. – 19.00 h

DÜSSELDORF
Metropol So. 25.1. – 14.00 h

DUISBURG
Filmforum Do. 27.1. – 20.30 h

DORTMUND
Roxy Kino Sa. 24.1. – 19.00 h

MÜLHEIM
Rio Filmtheater Mi. 28.1. – 19.30 h

BRÜHL
Zoom Kino So. 01.2. – 20.15 h

Nach oben


I AM MARTIN PARR

F 2024 • 66’ • OmeU • Regie: Lee Shulman

Als einer der umstrittensten Fotografen seiner Zeit haben Martin Parrs Bilder oft die Kraft, uns sowohl zu amüsieren als auch ein wenig unbehaglich zu machen, gefangen zwischen Lachen und der unangenehmen Erkenntnis, uns selbst in seinem kompromisslosen Porträt der Konsumgesellschaft wiederzuerkennen.

 

Obwohl er heute weltweit gefeiert, gesammelt und ausgestellt wird, fanden Parrs frühe Arbeiten nur wenig Publikum und wurden heftig dafür kritisiert, die Arbeiterklasse zu trivialisieren. Rückblickend betrachtet hat er jedoch vielleicht nur das beobachtet, was wir oft übersehen – und es als wichtiges Diskussionsthema ins Rampenlicht gerückt. „I Am Martin Parr“ ist das Porträt eines außergewöhnlichen Fotografen, der die zeitgenössische Fotografie revolutionierte, indem er eine politische, humanistische und zugängliche fotografische Sprache erfand.

KÖLN
Filmhaus Kino So. 25.1. – 15.00 h 

MÜNSTER
CINEMA So. 01.2. – 13.15 h 

Nach oben


MELT

AT 2024 • 125’ • OmeU • Regie: Nikolaus Geyrhalter

Etwa zwei Prozent des Wassers auf unserem Planeten bedeckt gefroren die Erdoberfläche. Das ist mehr als doppelt so viel, wie in Flüssen, Seen und der Atmosphäre vorkommt, also der Großteil unseres Süßwassers. Mit der Erderwärmung drohen sich diese Verhältnisse dramatisch zu verschieben. Nikolaus Geyrhalter findet in seinem jüngsten Werk opulente Bilder einer Welt aus Eis und Schnee und evoziert zugleich eine lebhafte Vorstellung von der bevorstehenden großen Schmelze.

 

Von 2021 bis 2025 hat er eingeschneite Landschaften in der nordwestjapanischen Provinz Niigata besucht, den Schweizer Aletschgletscher und ein Dorf in den Osttiroler Bergen. In der Inuvik-Region in Kanada erfährt er, dass die Straßen erst in der Frostperiode befahrbar sind und nur dann Familienfeste gefeiert werden können. Er beobachtet, wie im japanischen Toyama präzise gezogene Schneewände Hunderte Schaulustige anlocken und wie sich der französische Skiort Val d’Isère durch Schneekanonen zu retten versucht. Überall trifft Geyrhalter auf Menschen, deren Dasein von Naturgewalten geprägt ist. Und sie alle ahnen, dass sie die letzte Generation sein könnten, die mit der Schönheit von Eis und Schnee lebt.

KÖLN
Filmhaus Kino FR. 30.1. – 18.00 h 

BRÜHL
Zoom Kino Fr. 23.1. – 18.00 h

DORTMUND
SweetSixteen So. 01.2. – 19.00 h

Nach oben


NOVA 78

UK/PT 2025 • 78’ • OmeU • Regie: Aaron Brookner, Rodrigo Areias

Im Herbst 1978 fand in New York die „Nova Convention“ statt: eine dreitägige Veranstaltung aus Lesungen, Performances, Musik und Podiumsdiskussionen zu Ehren und unter Mitwirkung des Schriftstellers William S. Burroughs. Auch dabei: viele berühmte Weggefährt:innen aus der amerikanischen Kultur/Underground- Szene, von Allen Ginsberg bis Patti Smith. Rund 40 Stunden Filmmaterial fanden sich kürzlich im Archiv des Poeten und Mitveranstalters John Giorno; doch der vorliegende Film bietet nicht nur einen nostalgischen Blick zurück, sondern besitzt aufgrund der darin angerissenen Themen (von der Raumfahrt bis zu Minderheitsrechten) auch aktuelle Strahlkraft.

 

NOVA '78 wurde von Rodrigo Areias und Brookners Neffen Aaron Brookner geschaffen und ist ein Archivdokumentarfilm, der aus Aufnahmen dieses dreitägigen Events zusammengestellt wurde, die lange Zeit als verloren galten. Mit Auftritten einer Reihe von Künstlern und Schriftstellern, darunter Patti Smith, Frank Zappa, Allen Ginsberg und Laurie Anderson […]. Viennale

KÖLN
Filmhaus Kino Sa. 24.1. – 20.30 h 

DORTMUND
Roxy Kino Fr. 30.1. – 19.00 h 

Nach oben


SANATORIUM

IE/UA 2025 • 90’ • OmeU • Regie: Gar O´Rourke

In einem verfallenen Kurort am Schwarzen Meer wird Hoffnung zur wertvollsten MedizinDas Kuyalnyk-Sanatorium nahe Odessa war einst ein Prestigeobjekt sowjetischer Gesundheitsfürsorge. Heute bröckelt der Putz, doch die Gäste kommen weiterhin – weniger als früher, aber mit umso größerer Sehnsucht nach Heilung. Sie baden im Salzsee, lassen sich mit schwarzem Schlamm behandeln und hoffen auf Wunder gegen Unfruchtbarkeit und Krankheit. Während in naher Ferne der Krieg wütet, dokumentiert Gar O‘Rourke einen Sommer voller menschlicher Widerstandskraft. Zwischen Humor und Melancholie entsteht das Porträt einer Gemeinschaft, die sich weigert aufzugeben. Filmfest Hamburg

 

Mit seinen unglaublichen und lustigen Protagonisten, einem brillanten Gespür für tragikomisches Timing und einem warmherzigen Blick für menschliche Eigenheiten ist SANATORIUM vor allem eine tiefgründige Liebeserklärung an das ukrainische Volk und seine unerschütterliche Widerstandsfähigkeit. CPH:DOX

KÖLN
Filmhaus Kino Mi. 28.1. – 18.00 h 

Nach oben

VRACHT

CH 2024 • 80’ • OmdU • Regie: Max Carlo Kohal

 

3344 Tonnen Fracht bahnen sich ihren Weg auf dem Rhein. Hier, auf einem Binnenschiff, wächst der junge Rudmer zwischen Containern auf. Die Arbeit ist hart, die Schichten von der Logik globaler Warenströme vorgegeben. Von Privatsphäre – keine Spur. Aber Rudmer will sich durchsetzen, seine Chance bekommen, eines Tages auf der Brücke zu stehen: Als Kapitän. Vier Jahre lang hat Max Carlo Kohal immer wieder auf dem Schiff Panerai gedreht und faszinierende, monumentale Bilder gefunden, die von einem kongenialen Filmscore unterbaut werden. Der Film bleibt dabei immer auf Augenhöhe des jungen Protagonisten mit fast verspielten Alltagsbeobachtungen. So entspinnt sich ein beeindruckend kurzweiliger Film, der vor allem eines verdient hat: Die große Leinwand. DOK.fest München

KÖLN
Filmhaus Kino Sa. 31.1. – 18.00 h    

BIELEFELD
Kamera Fr. 30.1. – 19.00 h    

Nach oben

YALLA PARKOUR

SE/QA/SA/PS 2024 • 89’ • OmeU • Regie: Areeb Zuaiter

 

Als Vierjährige reiste Areeb nach Gaza und sah dort zum ersten Mal das Meer. Dieser Moment – die Magie des Meeres und das Lächeln ihrer palästinensischen Mutter – hinterließ einen prägenden Eindruck. Als die Filmemacherin ein Video sieht, in dem junge Männer am Strand von Gaza Parkour laufen, flammt Nostalgie auf. Die Ausgelassenheit der jungen Athleten steht in starkem Kontrast zu in der Ferne wahrnehmbaren Explosionen. Aus dem Bedürfnis heraus, eine Verbindung zu ihrer Vergangenheit herzustellen, nimmt Areeb Kontakt zu den Parkourläufern auf und freundet sich mit Ahmed an. Gemeinsam bewegen sie sich durch das, was von Gaza übrig ist, besuchen einen Friedhof, ein verlassenes Einkaufszentrum und die Überreste eines Flughafens. Mit der Zeit zeigt Ahmed Areeb die ganze Härte des Lebens in Gaza und aus ihrer anfänglichen Neugier erwächst ein tiefes Verständnis für die Probleme, mit denen er konfrontiert ist. Ahmeds Wunsch, sein Heimatland zu verlassen, löst bei Areeb widersprüchliche Gefühle aus, denn sie kennt die emotionale Leere, die eine solche Ausreise mit sich bringen kann. Areebs Reise auf den Spuren der Erinnerung wird zur Erkundung von Identität, Zugehörigkeit und des schmerzhaften Erbes einer zurückgelassenen Heimat.


KÖLN
Filmhaus Kino Di. 27.1. – 20.30 h 

ESSEN
Filmstudio Glückauf Mo. 26.1. – 20.00 h

MÜNSTER
Cinema Fr. 30.1. – 18.00 h

Nach oben